Magnetpulverprüfung nach DIN EN ISO 9934
Die Magnetpulverprüfung ist zum Nachweis von vorwiegend
spaltartigen Materialtrennungen (z.B. Rissen) in der Oberfläche und im oberflächennahen
Bereich geeignet. Prüfbar sind ferromagnetische Werkstoffe. Zur Anwendung
des Magnetpulververfahrens muss das Werkstück im Prüfabschnitt magnetisiert
werden. Eine optimale Fehleranzeige erhält man dann, wenn das magnetische
Feld den Materialfehler senkrecht durchsetzt. Ein mögliches Verfahren zur
Magnetisierung ist die Jochmagnetisierung. Der magnetische Fluß gelangt
dabei über ein ferromagnetisches Joch in das Werkstück. Die Hauptfeldrichtung
ist die Verbindungslinie der beiden Pole des Joches. Diese können als Einspannvorrichtung
ausgebildet sein. So wird das gesamte Werkstück magnetisiert. Es können
auch Handmagnete auf das Werkstück aufgesetzt werden, die dann den Bereich
zwischen den Polen magnetisieren. Zum Nachweis von Rissen beliebiger Orientierung
können zwei oder mehr Magnetisierungsarten in einem kombinierten Verfahren
gleichzeitig eingesetzt werden.
Prüfmittel
Als Prüfmittel stehen farbige oder fluoreszierende Magnetpulver zur Verfügung. Fluoreszierende Magnetpulver haben die größte Empfindlichkeit. Zu unterscheiden ist außerdem zwischen der Nassprüfung (Trägermedium Wasser oder Öl) und der Trockenprüfung. Die Fehlernachweisfähigkeit ist bei der Nassprüfung am größten.
Trockenprüfung:
Der Prüfbereich wird mit einem Magnetpulver bestäubt oder das Prüfstück wird in einen Behälter getaucht, in dem die Partikel durch Luftwirbelung in der Schwebe gehalten werden (Wirbeltopfverfahren). Empfehlenswert ist die Trockenprüfung dort, wo eine Benetzung der Oberfläche vermieden werden muss, oder bei der Prüfung von heißen Teilen.
Nassprüfung:
Das Magnetpulver, mit dem der Prüfabschnitt bespült wird, ist in einer Trägerflüssigkeit suspendiert. Es können kleinere Korngrößen als bei der Trockenprüfung verwendet und damit feinere Risse nachgewiesen werden.
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